Competence Center RAMS
Motivation
Technische Systeme, bei denen Gefahren für Leib
und Leben von Menschen oder für die Umwelt auftreten können, dürfen im
Allgemeinen nur dann betrieben werden, wenn nachgewiesen werden kann,
dass von dem System kein unzulässiges Schadensrisiko ausgeht.
Hierfür
müssen in der Entwicklung des Systems Maßnahmen ergriffen werden, durch
welche die Vermeidung gefährlicher Auswirkungen von Fehlern und
Ausfällen und damit das Erreichen der Sicherheitsziele erlangt werden
soll.
Neben der Sicherheit ist für die Kundenzufriedenheit die
Verfügbarkeit eines technischen Systems von entscheidender Bedeutung und
damit für die Vermarktung des Systems. Entsprechend müssen solche
Systeme so konzipiert und entwickelt werden, dass die erforderlichen
Verfügbarkeitsziele erreicht werden.
Dabei hängt die Verfügbarkeit
grundlegend von der Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit ab. Aber auch
die Sicherheit wird durch diese beiden Größen mitbestimmt.
Functional
Safety- und RAMS-Management
Das Erreichen und das Nachweisen der
erforderlichen Verfügbarkeit und Sicherheit ist in der Verantwortung
des RAMS-Managements bzw. des Functional Safety-Managements (FSM). RAMS
steht für Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und
funktionale Sicherheit (englisch: Reliability, Availability,
Maintainability and functional Safety). Dabei bezeichnet „funktionale
Sicherheit“ den Teil der Sicherheit eines Systems, der von der korrekten
Funktion der sicherheitsbezogenen (Sub-) Systeme und dem Beherrschen
von Funktionsversagen abhängt (im Unterschied zu z. B.
Arbeitssicherheit oder Brandschutz).
Bei der korrekten sicheren
Funktion geht es um die Absicherung gegen systematische Software- und
Hardware-Fehler. Sie entstehen durch Fehler in der Entwicklung.
Funktionsversagen wird durch physikalische Fehler (Ausfälle und
Störungen von Hardwarekomponenten) sowie menschliches Fehlverhalten
nach Abschluss der Entwicklung verursacht.
Das
Nichtvorhandensein eines unzulässigen Schadensrisikos muss im sog.
Sicherheitsnachweis gezeigt werden. Dabei muss in prüffähiger Form
dokumentiert werden, warum die vorgegebenen Sicherheitsziele erreicht
werden und was hierfür unternommen wurde. Es muss dargestellt werden,
dass ausreichende Maßnahmen zur Beherrschung von Funktionsversagen
vorhanden sind. Darüber hinaus muss die korrekte sichere Funktion
nachgewiesen werden. Dabei wird auch gezeigt, dass geltende Normen,
Richtlinien, Regeln, Verordnungen und Vereinbarungen bei der Entwicklung
befolgt wurden.
Ebenso muss das Erreichen der Verfügbarkeitsziele
in einem entsprechenden RAM-Nachweis gezeigt werden.
FSM
und RAMS in Anwendungsdomänen
Die Nachweisführung ist
domänenspezifisch. Je nach Anwendungsdomäne gibt es in der
Nachweisführung unterschiedliche Schwerpunkte, und es sind verschiedene
Maßnahmen zum Erreichen der Sicherheits- und Verfügbarkeitsziele
erforderlich.
Allgemeine Grundlage für das FSM und RAMS-Management
sind die domänenübergreifende generische Norm IEC 61508 und
branchenspezifische, zum Teil daraus abgeleiteten Normen:
- Eisenbahnwesen (DIN EN 50126 / 50128 / 50129 / 50159)
- Luft-/Raumfahrttechnik (RTCA DO-178B / DO-254)
- Defence (Def Stan 00-56)
- Automotive (ISO CD 26262)
- Prozessindustrie (DIN IEC 61511)
- Maschinenbau (DIN EN 62061)
- Medizinische elektrische Geräte (DIN EN 60601)
Aktuelle Kompetenzen und Themen
Wir beraten und
unterstützen Sie für die Entwicklung sicherer und verfügbarer Systeme:
- bei der Definition des RAMS-Prozesses und der für das FSM erforderlichen Abläufe und Aktivitäten,
- beim RAMS-Management und FSM über den gesamten System-Lifecycle,
- bei LCC-Analysen (IEC 60300-3-3),
- bei der RAM- und Safety-Planung,
- bei der Erstellung von Sicherheits- und Zulassungskonzepten,
- bei der Spezifikation von RAM- und Safety-Anforderungen,
- bei der Durchführung von Risiko- und Gefährdungsanalysen,
- bei der Durchführung von Zuverlässigkeitsberechnungen und RAM-Analysen,
- bei der Anwendung von Analyse-Techniken wie HAZOP, ETA, System-FME(C)A, SW-FME(C)A, HW-FME(C)A, FMEDA, FTA, Markov-Analyse und ZBD,
- bei der Erstellung von RAM-Nachweisen und Technischen Sicherheitsberichten,
- bei der Erbringung kompletter Sicherheitsnachweise (Safety-Case),
- bei der Erbringung von Cross-Acceptance-Nachweisen,
- bei RAMS-Management für Kunden- und Realisierungsprojekte (RAMS for
Customer Order Fulfillment) und
bei Zulassungsfragen
Ziele
Die ICS AG ist in verschiedenen Anwendungsdomänen für
sicherheitskritische Systeme tätig. Entsprechend besitzen wir
domänenspezifisches Know-how und Erfahrungen für das RAMS-Management und
das FSM. Aufgrund des domänenübergreifenden Blickwinkels ist die ICS
kompetenter Partner Techniken, Methoden und Prozesse, die in einer
Anwendungsdomäne etabliert und bewährt sind, in andere Anwendungsdomänen
zu übertragen.